Sustainable Fashion News: Januar 2026
Die wichtigsten Sustainable Fashion News im Januar 2026: Frankreich verbietet PFAS, Studie enthüllt Mikroplastik-Problem bei recyceltem Polyester, Kopenhagen feiert 20 Jahre nachhaltige Fashion Week.
Die wichtigsten Sustainable Fashion News im Januar 2026: Frankreich verbietet PFAS, Studie enthüllt Mikroplastik-Problem bei recyceltem Polyester, Kopenhagen feiert 20 Jahre nachhaltige Fashion Week.
Der Januar 2026 war ein Monat voller Gegensätze in der nachhaltigen Modeindustrie. Neue Gesetze, die wirklich etwas verändern könnten. Studien, die bisherige Überzeugungen ins Wanken bringen. Und Fashion Weeks, die zeigen, dass Nachhaltigkeit und Design kein Widerspruch sein müssen. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen.
Ein Meilenstein Seit dem 1. Januar 2026 dürfen in Frankreich keine Textilien mehr verkauft werden, die sogenannte PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) enthalten. Diese “Ewigkeitschemikalien” stecken in wasserabweisenden Jacken, Outdoor-Kleidung und Imprägniersprays. Sie sind praktisch unzerstörbar, reichern sich in der Umwelt an und stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.
Das Verbot basiert auf dem französischen Gesetz Nr. 2025-188 und gilt für die Herstellung, den Import und den Verkauf. Ausnahmen gibt es nur für Schutzkleidung von Sicherheitskräften.
Frankreich geht damit deutlich weiter als der Rest der EU. Marken, die auf dem französischen Markt verkaufen, müssen ihre Herbst/Winter 2026 Kollektionen bereits PFAS-frei produzieren. Das dürfte den Druck auf andere EU-Länder erhöhen, nachzuziehen.
Was das für kleine Marken bedeutet: Wer ohnehin auf natürliche Materialien setzt und keine chemischen Imprägnierungen verwendet, hat hier einen klaren Vorteil. Made-to-Order Marken wie meine, die bewusst Materialien auswählen, sind von diesem Verbot kaum betroffen. Das zeigt: Nachhaltig produzieren ist nicht nur ethisch richtig, sondern wird zunehmend auch regulatorisch belohnt.
Quellen: TÜV SÜD (März 2025), Fashion Capital (12. Januar 2026), Carbonfact Textile Regulations Hub
Mehr Mikroplastik als gedacht Eine Studie der Çukurova Universität (Türkei), veröffentlicht am 10. Dezember 2025 von der Changing Markets Foundation, hat eine unangenehme Wahrheit ans Licht gebracht: Kleidung aus recyceltem Polyester setzt beim Waschen 55 Prozent mehr Mikroplastik-Fasern frei als vergleichbare Kleidung aus neuem Polyester. Noch schlimmer: Die Fasern sind fast 20 Prozent kleiner, wodurch sie schwerer zu filtern sind und leichter in die Nahrungskette gelangen. Getestet wurden Kleidungsstücke von Nike, H&M, Zara, Adidas und Shein. Nike Produkte aus recyceltem Polyester setzten in den Tests die meisten Mikroplastik Partikel frei. Auffällig: Bei Shein setzten die als “recycelt” gelabelten Teile etwa gleich viel Mikroplastik frei wie die aus neuem Polyester, was den Verdacht nährt, dass das Material gar nicht recycelt war. Das ist ein echter Schlag für die Narrative vieler großer Marken, die “recyceltes Polyester” als Nachhaltigkeitslösung vermarkten. Recycling ist wichtig, aber wenn das Ergebnis mehr Plastik im Wasser bedeutet, muss die Industrie ehrlicher kommunizieren.
Meine Perspektive: Das bestätigt, warum ich auf natürliche und innovative Materialien setze, statt auf recyceltes Plastik. Echte Nachhaltigkeit bedeutet, das Problem an der Wurzel anzugehen, nicht die gleichen Materialien im Kreis zu drehen.
Quellen: Changing Markets Foundation “Spinning Greenwash” (10. Dezember 2025), Euronews (11. Dezember 2025), Studie der Microplastic Research Group, Çukurova University
Die Copenhagen Fashion Week (CPHFW) hat im Januar ihr 20-jähriges Jubiläum gefeiert und dabei einmal mehr gezeigt, warum sie als Vorreiterin für nachhaltige Mode gilt. Seit 2023 müssen alle teilnehmenden Marken 18 Mindeststandards erfüllen, um überhaupt auf den Laufsteg zu dürfen. Wer die nicht einhält, fliegt raus. In der ersten Saison haben tatsächlich mehrere Marken die Anforderungen nicht geschafft. Heute erfüllen über 30 Marken diese Standards. Die 18 Mindeststandards umfassen unter anderem:
CO2-Fußabdruck: Detaillierte Berichterstattung und nachweisbare Reduktion
Zirkuläres Design: Produkte müssen nach Kreislaufprinzipien entworfen sein
Materialwahl: Strenge Regeln für verwendete Textilien, Verbot von Plastik Kleiderbügeln Konsumenten-Aufklärung: Marken müssen transparent über ihre Nachhaltigkeitsbemühungen kommunizieren (im Einklang mit den EU Green Claims Richtlinien)
Danish Fashion Ethical Charter: Jede Marke muss diese Charta unterzeichnen, die inklusive und diverse Körperideale fördert und faire Bezahlung sowie Gesundheitschecks für alle Models vorschreibt
Drittanbieter-Zertifizierung: Alle Angaben müssen von unabhängigen Stellen überprüft werden
Zero-Waste Set-Design: Auch die Modenschauen selbst müssen nachhaltig sein
Fashion Councils in Großbritannien und Deutschland orientieren sich bereits am Kopenhagener Modell.
Highlight dieser Saison: Der georgische Designer Galib Gassanoff von Institution gewann den Zalando Visionary Award 2026. Die Marke Stem präsentierte eine Kollektion, die komplett auf Single-Fiber-Recyclability (nur Wolle) setzt.
Warum mich das inspiriert: Diese Standards zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht optional sein muss. Und sie sind ein guter Maßstab für jede Marke, auch außerhalb von Fashion Weeks. Ich nehme mir vor, meine eigene Arbeit an diesen Kriterien zu messen.
Quellen: The Guardian (28. Januar 2026), Copenhagen Fashion Week Sustainability Requirements, Polimoda (Dezember 2025), Vogue (Januar 2026)
Am 7. Januar 2026 veröffentlichte Recycling Europe Textiles (RET) ein Positionspapier mit einer klaren Forderung an die EU-Kommission: Im Rahmen der Ecodesign-Verordnung (ESPR) sollen verbindliche Mindestquoten für recycelte Fasern in Textilien eingeführt werden. Es handelt sich dabei um eine Branchenforderung, nicht um einen bestehenden Gesetzentwurf.
Die geforderten Quoten: - 10% recycelte Fasern ab 2028 - 15% ab 2030 - 30% ab 2035
Der Hintergrund: Europas Textilrecycling-Infrastruktur steht vor dem Kollaps. Es wird recycelt, aber niemand kauft die recycelten Fasern. Ohne verbindliche Quoten gibt es keinen Markt, und ohne Markt keine Investitionen.
Gleichzeitig ist Phase 2 der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) aktiv. Große Unternehmen müssen ab 2026 deutlich detaillierter über ihre Nachhaltigkeitsdaten berichten. Und die EU-Richtlinie gegen irreführende Umweltaussagen (“Empowering Consumers Directive”) muss bis März 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Generische Claims wie “eco-friendly” ohne Beleg sind dann verboten.
Quellen: FashionNetwork (9. Januar 2026), Recycling Europe Textiles Position Paper, Carbonfact EU Regulations (18. Januar 2026)
Italien geht als zweites EU-Land nach Frankreich konkret gegen Billigmode vor. Der Gesetzentwurf DDL S. 1690, der im Oktober 2025 im italienischen Senat eingebracht wurde, bündelt mehrere Maßnahmen in einem Paket:
Werbeverbot: Für Ultra-Fast-Fashion-Marken soll jegliche Werbung verboten werden, auch über Influencer. Dieser Teil ist noch in der Abstimmung im Senat.
Paket-Abgabe: Bereits beschlossen ist eine Abgabe von 2 Euro auf alle Pakete unter 150 Euro aus Nicht-EU-Ländern (Teil des Budget-Gesetzes 2026, “Legge di Bilancio 2026”). Das trifft direkt das Geschäftsmodell von Shein und Temu.
Eco-Score-System (SNET): Ein nationales Bewertungssystem von A bis E für Textilprodukte, nach dem Unternehmen belohnt oder sanktioniert werden sollen.
Das Gesetz definiert Ultra-Fast-Fashion klar: Mehr als 5.000 neue Artikel pro Monat, Produktwechsel unter 30 Tagen, keine saisonalen Kollektionen, fehlende Rückverfolgbarkeit und keine Nachhaltigkeitszertifizierungen.
Warum das wichtig ist: Italien schützt damit nicht nur seine eigene Textilindustrie, sondern setzt ein Signal: Wer billig, schnell und ohne Verantwortung produziert, bekommt keinen freien Zugang mehr zum europäischen Markt. Für Marken wie meine, die bewusst und transparent arbeiten, ist das eine gute Entwicklung.
Quellen: Carbonfact (November 2025), WWD (26. Dezember 2025), Oui Speak Fashion (30. Dezember 2025)
Der Januar 2026 zeigt: Die Regulierung verschärft sich auf mehreren Ebenen. Frankreich verbietet PFAS, Italien geht gegen Ultra-Fast-Fashion vor, die EU Recycling-Lobby macht Druck. Die Wissenschaft deckt unbequeme Wahrheiten auf (Mikroplastik, Chemical Recycling), und gleichzeitig gibt es echte Vorbilder (Copenhagen, Circulose, neue Partnerschaften).
Für mich als Designerin bestätigt das den Weg, den ich mit Marlene Raymakers gehe: Made-to-Order statt Überproduktion, innovative Materialien wie Myzelium oder natürliche Materialien, transparente Fertigung in unserem Berliner Atelier. Kein Greenwashing, keine Ausreden.
Nächsten Monat gibt’s das Update für Februar.

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